Balthasar-Neumann-Chor

Der Namensgeber des Chors war nicht nur ein epochaler Barockarchitekt. Balthasar Neumann (1687–1753) steht für mutige Kreativität und ganzheitliche Konzepte. Als Baumeister war er ein Pionier, der erstmals Baukunst, Malerei, Skulpturen und Gärten zusammenspielen ließ. Seine Ideale formen die Grundpfeiler im Schaffen der beiden Balthasar-Neumann-Ensembles und ihres künstlerischen Leiters Thomas Hengelbrock; gemeinsam streben Dirigent, Chor und Orchester nach einem engen Zusammenspiel der Künste. Um diese Ideale weiter verfolgen zu können, begleitet Evonik Industries die Forschung der Balthasar-Neumann-Ensembles: Musikwissenschaftliche Recherchen werden ermöglicht und Quellenerkundungen unterstützt. Die Ergebnisse sind immer wieder in zeit- und genreübergreifenden Programmen zu erleben. Je nach Anlass und Konzertraum werden sie eigens entwickelt. Angereichert mit einer gehörigen Portion Leidenschaft für Musik und Menschen trifft hier neu belebte Tradition auf virtuose Spielfreude.

Meisterlich vielseitig
Zu „einem der besten Chöre der Welt“ adelte das britische Gramophone Magazin den Balthasar-Neumann-Chor bereits im Jahr 2011. Doch ist es nicht nur höchste musikalische Qualität, die ihn aus der Reihe internationaler Vokalensembles heraushebt, sondern vor allem seine künstlerische Vielseitigkeit. Jeder einzelne Sänger ist in der Lage, als Solist aus dem Chor hervorzutreten und ebenso als Teil des transparenten Gesamt-klanges in der Gruppe aufzugehen. Dies ermöglicht eine einzigartige Flexibilität in Be-setzung und Repertoire. Im Mittelpunkt der Beschäftigung steht neben romantischen und zeitgenössischen Werken die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts.

Die dramaturgisch ausgefeilten Konzertprogramme des Chores vereinen selten Gehör-tes wie Musik von Antonio Lotti oder Jan Dismas Zelenka mit Repertoirewerken. Auch mit genreverbindenden und innovativen szenischen Produktionen hat er sich einen Namen gemacht: In enger Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Klaus Maria Bran-dauer und der Schauspielerin Johanna Wokalek entstanden vielseitige musikalisch-literarische Projekte. Die CD-Einspielung „Nachtwache“ verschränkt A-cappella-Werke der Romantik mit Lyrik und Prosa, rezitiert von Johanna Wokalek.

Ihr schauspielerisches Talent stellten die Sänger jahrelang bei Opernproduktionen in Baden-Baden unter Beweis, so auch in der vergangenen Saison mit Verdis „Traviata“ unter Pablo Heras-Casados Leitung und der Regie von Rolando Villazón. Zum überwäl-tigenden Erfolg wurde Glucks „Orpheus und Eurydike“ in der Choreographie von Pina Bausch; die Pariser Produktion mit Thomas Hengelbrock, den Balthasar-Neumann-Ensembles und dem Ballet de l’Opéra de Paris wurde mehrfach wiederaufgenommen und erschien auf DVD.

Auf den Bühnen der Welt
Thomas Hengelbrock gründete den Balthasar-Neumann-Chor im Jahr 1991 und führte ihn in kurzer Zeit zu weltweitem Renommee. Der Chor gastiert in allen großen europäi-schen Konzertsälen und bei Festivals; Tourneen führten die Sänger nach China, Mexiko und in die USA.

Zahlreiche Auszeichnungen säumen den musikalischen Weg der Balthasar-Neumann-Ensembles, darunter der Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg, mehrere Echos und der Gramophone Award für die Einspielung der CD „Lotti – Zelenka – Bach“.

Website: 
www.balthasar-neumann.com