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Christina Pluhar

Die österreichische Dirigentin Christina Pluhar ist eine der innovativsten Musikerinnen der AlteMusik-Szene. Mit ihrer unbändigen Musizierlust hat sie 2009, 2010 und 2011 den ECHO Klassik abgeräumt. 2018 zeichnete der Opus Klassik das Ensemble L’Arpeggiata als „Ensemble des Jahres“ aus. Die Kritik schwärmt von der befreiten, spontanen und hochvirtuosen Art, in der die Instrumentalisten und Sänger unter Pluhars Leitung die ausgewählten Werke zu neuem Leben erwecken, wie sie ihnen Klänge zu entlocken vermögen, welche in solcher Farbigkeit zuvor noch nicht gehört worden war.
 
Christina Pluhar CDs und Konzerte verzaubern und ihre Interpretationen, Arrangements und musikalischen Entdeckungen prägen die Alte-Musik-Welt von heute.
 
Die Musikwelt hat Christina Pluhar vieles zu verdanken - sowohl die Szene der Alten Musik als auch das Konzertleben des 21. Jahrhunderts als Ganzes. Mit der Gründung ihres Ensembles L’Arpeggiata im Jahr 2000 gelang es der Dirigentin, Lautenistin, Harfenistin, Arrangeurin, und Komponistin über die Jahre hinweg fest geglaubte Strukturen des Interpretierens und Verstehens Alter Musik aufzubrechen und den Blick zu erneuern. Durch ihren Ansatz öffnete Christina Pluhar Barockmusik für ein ungeahnt breites Publikum.
 
Christina Pluhar wurde 1965 in Graz geboren. Sie studierte Konzertgitarre in ihrer Heimatstadt und begann 1984 das Studium der Laute am Koninlijk Conservatorium in Den Haag, wo sie 1987 diplomierte. Sie setzte ihr Studium an der Schola Cantorum Basiliensis bei Hopkinson Smith fort und erlangte 1992 das Diplom für Alte Musik. Barockharfe studierte sie in Basel und an Scuola Civica in Mailand.
 
Seit 1992 lebt sie als freischaffende Musikerin in ihrer Wahlheimat Paris. Sie trat als Solistin und Basso-Continuo-Spielerin mit zahlreichen Ensembles wie La Fenice, Hesperion XXI, Il Giardino Armonico, Les Musiciens du Louvre, Concerto Soave, u.v.a auf. Von 1997 bis 2005 arbeitete sie als Assistentin von Ivor Bolton unter anderem an der Münchner Staatsoper, an der Opéra Garnier in Paris, der Oper in Hamburg, im Maggio Musicale in Florenz.
 
Mit der Gründung von L’Arpeggiata im Jahr 2000 verhalf Pluhar dem revolutionären Geist der Alte-Musik-Szene zu neuem Leben: Anstelle der interpretatorischen Routine standen bei ihr von Beginn an das experimentelle, befreite und improvisierende Zusammenspiel im Mittelpunkt. Sie brach das routinierte Basso-Continuo-Spiel auf, arrangierte bekannte und unbekannte Werke und gab der Musik des 17. Jahrhunderts eine neue Farbigkeit. Bei L’Arpeggiata stehen die absoluten Meister und Meisterinnen ihres Fachs auf der Bühne. Wie das Repertoire, so wählt Christina Pluhar auch ihre MitmusikerInnen und Gäste aufs Sorgfältigste aus. Unter ihren Gästen befinden sich nicht nur Stars aus dem Bereich der historischen Aufführungspraxis, sondern auch des Jazz und der traditionellen Musik. L‘Arpeggiata spielt seither auf allen internationalen Bühnen vor ausverkauften Häusern. Die CD Einspielungen wurden von Publikum und Presse gelobt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Konzerttourneen haben das Ensemble durch ganz Europa, Australien, Südamerika, Japan, China, Neuseeland sowie die USA geführt. 2012 war L’Arpeggiata als erstes Alte-Musik-Ensemble überhaupt „ensemble in residence“ in der New Yorker Carnegie Hall.
 
Seit der Gründung ihres Ensembles L‘Arpeggiata sind 18 erfolgreiche Alben erschienen. In ihren CD Projekten widmen sich Christina Pluhar und ihre Musiker dabei einem experimentellen Duktus und sprechen dabei ebenso virtuos die strenge Sprache der historisch informierten Aufführungspraxis. Sie begegnen dabei dem Werk in allen Facetten stets auf dem allerhöchsten interpretatorischen und musikalischen Niveau. Die CD Einspielungen von L’Arpeggiata bei den Labeln Alpha, Naïve und Erato/Warner Classics sind nicht nur Verkaufsschlager sondern wurden auch mit zahlreichen Preisen wie dem Echo Klassik, Edison Preis, VSCD Muziekprijs, Cannes Classical Awards, Timbre de platine d‘Opéra international, BBC Magazine, Prix Exellentia Pizzicato, ffff Télérama, Coup de cœur de l’Académie Charles Cros uva. ausgezeichnet.
 
Der im März 2011 auf der Leinwand erschienene Film Tous les soleils unter der Regie des Schriftstellers Philippe Claudel wurde von der Musik ihres legendären Albums La Tarantella inspiriert. Zwei Tracks dieses Albums wurden zu diesem Anlass mit der Stimme des Hauptdarstellers Stefano Accorsi neu aufgenommen.
 
Christina Pluhar verzeichnet ebenfalls als Operndirigentin große Erfolge. Wie auch in ihrem Schaffen als Leiterin von L’Arpeggiata erforscht Christina Pluhar in der Interpretation von Opern neue Wege und betrachtet die Kompositionen nicht nur aus Sicht der musikalischen Leiterin, sondern hat stets die gesamte Aufführung im Blick. Ihre Opernaufführungen sind stets außerordentlich, revolutionär und regelrechte Publikumsmagneten, weiten doch ihre Arrangements und die bewusste historische Kontextualisierung der Interpretationen den Horizont enorm. Bisher arrangierte, adaptierte und interpretierte Christina Pluhar mit L’Arpeggiata zahlreiche Barockopern, sowohl szenisch als auch konzertant. 2005 spielte sie Emilio de‘ Cavalieris Werk Rappresentatione di Anima, et di Corpo ein und revolutionierte mit ihrer Einspielung das Verständnis für das recitar cantando. Zwischen 2009 und 2012 führte sie Luigi Rossis Oper Il Palazzo Incantato (Auszüge) zusammen mit dem sizilianischen Marionettenspieler Mimmo Cutticcio unter anderem im barocken Schlosstheater in Ludwigsburg auf. 2011 brillierte Christina Pluhar bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci und den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik mit Giovanni Andrea Bontempis Oper Il Paride (1662) in einer Inszenierung von Christoph von Bernuth. 2014 erhielt sie einen Kompositionsauftrag des Teatro Mayor in Bogotá, Kolumbien und führte dort ihre Crossoper Orfeo Chamán in einer Inszenierung von Rolf und Heidi Abderhalden auf. Die Oper erschien 2016 als CD und DVD bei Erato/Warner Classics. 2017 dirigierte kreierte sie - zusammen mit der Choreographin Mei Hong Lin - das umjubelte Tanzstück Music & dance for a while am Landestheater Linz, welches mit dem österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet wurde. 2019 dirigierte sie die szenische Uraufführung von Georg Caspar Schürmanns Oper „Die getreue Alceste“ (1719) in einer Inszenierung von Jan Eßinger im Rokokotheater Schwetzingen. Im Januar 2022 wird sie Mozarts Il Re Pastore beim Mozartfest Salzburg konzertant aufführen. Für 2023 ist eine szenische Neuproduktion mit Händels Belshazzar am Theater an der Wien in einer Inszenierung von Marie-Eve Signeyrole geplant. Sie unterrichtet seit 1999 Barockharfe am Koninklijk Conservatorium in Den Haag (NL).